Gentechnikfreier Sojaschrot in der Schweinemast

Hallo Herr Feilmeier,

ich habe vor kurzem ihre Info-CD bekommen – Danke.

Nun hätte ich allerdings noch einige Fragen. Ich hatte in den letzten Tagen dazu heftige Diskussionen.

Kann ich in der Schweinemast das genveränderte Sojaschrot problemlos durch gentechnikfreies Sojaschrot ersetzen?

Laut Aussage von einem befreundeten Schweinemäster gibt es die essentiellen Aminosäuren (Methionon und Lysin) nur aus gentechnisch veränderter Herstellung – stimmt das? Falls ja, wie kann ich dann die Schweine bedarfsgerecht füttern?

Haben Sie evtl. auch Angaben zu den Inhaltsstoffen von GVO-Soja und gentechnisch freiem Soja?Wie ist der Preisunterschied?

Im voraus besten Dank für ihre Antworten.

Mit freundlichen Grüssen

Antwort:

Auf die Frage, ob man genveränderten Sojaschrot durch gentechnikfreien ersetzen kann, gibt es nicht nur ein klares JA, sondern ein dringendes MUSS. Mittlerweile sind die ersten Krankheiten durch genveränderte Soja wissenschaftlich abgesichert. In Studien heißt es bereits: „Wer genveränderten Soja als Futter verwendet, gefährdet fahrlässig die Verbraucher“. Bei Gensoja handelt es sich um ein RR-Konstrukt. Durch die Roundupspritzung bleiben in den Bohnen Rückstände, die über Futter und Nahrung beim Menschen zelltötend wirken. Der Landwirt haftet für seine Erzeugnisse.

Ihre Frage der Umstellung kann ich so nicht beantworten. Welcher Soja wurde als genverändert verwendet? Es gibt am Markt 8 verschiedene Sojatypen. Von da her kommt es auch, wenn immer wieder von so hohen Mehrpreisen berichtet wird, das in Wirklichkeit nicht ist. Genveränderter Soja wird meistens als 44/7 oder normaler HP angeboten, während gentechnikfreier ausnahmslos ein HP-48 oder HP-50 ist. Die Proteinwerte bei 44/7 erreichen durch den hohen Schalenanteil oft nur 34 %, während ein HP-50 fast 50 % aufweist. Unsere letzte Lieferung hatte 49,7 % reines Protein.

Die Herstellung der Aminosäuren erfolgt mittels genveränderter Bakterien. Im Endprodukt ist keinerlei genverändertes Erbgut, das bedeutet, dass die Aminosäuren nicht genverändert sind. Das ist die so genannte weiße Gentechnik. Diese hat, ebenso wie die rote Gentechnik in der Medizin, überhaupt nichts mit der Agro-Gentechnik zu tun. Wer sagt, Aminosäuren sind genverändert, betreibt im wahrsten Sinne „Bauernverdummung“, weil sie dies nicht sind. Man muss klar unterscheiden. Aus diesem Grund dürfen die Aminosäuren auch zur Erzeugung des neuen Kennzeichnungslogos „Ohne Gentechnik“ verwendet werden, was völlig richtig ist.

Hier allerdings ein klarer Hinweis aus der Wissenschaft, die in der Praxis bestätigt wurde. Die hohen Zugaben von Aminosäuren kamen nur durch die immer schlechter werdenden Sojaqualitäten. Schale hat bekanntlich keine Aminosäuren. Zudem wird genveränderter Soja nur mit 100 °C und 10 Min. getoastet, wie es bei Natursoja aktuell ist. Genveränderter Soja müsste aber mit mindestens 220 °C und 25 Min. getoastet werden. Damit ist Gensoja bedeutend schlechter verwertbar als gentechnikfreier Soja (Prof. Kavata Japan). Das steht sogar schon 1970 in den Schulbüchern über die Tierernährung, dass ein großer Unterschied in der Verwertung ist, ob Sojabohnen ausreichend oder nicht ausreichend getoastet wurden. Warum verschweigen dies dann die amtlichen Stellen oder Landesanstalten? Ebenso steht es auch in den Monsanto- Zulassungsunterlagen!!! Die amtlichen Versuche stellen nicht einmal klar, welche Sojaart zugrunde gelegt wurde.

Das bedeutet im Klartext, dass bei extrem hochprozentigem und gentechnikfreiem Sojaschrot die Aminosäurenwerte sehr hoch sind. Unsere Schweinemäster haben das Thema Aminosäuren schon lange abgelegt. Dies spart ihnen enorme Kosten. Ist ja klar, dass die amtliche Beratung gegenteiliges sagt. Einerseits haben diese nicht einmal den HP-48 oder HP-50 als Hard-IP <0,1% NON-GMO, Basler-Kriterien in den Futterwerttabellen und zweitens kommt der Druck von der Aminosäurenindustrie.

Fakt ist, dass in der Schweinemast mit gentechnikfreiem Sojaschrot der Betriebsertrag höher ist als mit genverändertem Schrot. Und Betriebsertrag hat mit dem Preis je 100-kg nichts zu tun. Solange die Landwirtschaft nur nach dem Preis fragt, wird immer das Minderwertigste angeboten. Nebenbei berichten immer mehr Landwirte von Kettenreaktionen auf den Feldern. Glyphosat-Rückstände im Soja kommen über die Gülle auf die Felder und hemmen das Pflanzenwachstum.

Ich hoffe, einige Hintergründe erklärt zu haben.

Mit besten Grüßen

Josef Feilmeier
Internationale Arbeitsgruppe Futtermittel