Gesunde Lebensmittel brauchen gesunde Futtermittel

Guten Morgen Herr Feilmeier,

ich leite einen Putenmastbetrieb. Auf Druck unserer Schlachterei füttern wir "GVO-freies" Futter. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob dies für den Verbraucher letzten Endes wirklich Vorteile bringt, oder ob es sich nur um ein Verkaufsargument handelt, um sich von anderen Produzenten abzusetzen.

Das neue Kennzeichnungslogo für "Lebensmittel ohne Gentechnik" kommt unaufhaltsam. Durch unsere persönlichen Kontakte können wir versichern, dass Teile des Lebensmittelmarktes Schritt für Schritt auf Erzeugnisse ohne Gentechnik umstellen.

Aus diesem Grund habe ich folgende Fragen.

1. Wie halten Sie es mit synthetischen Vitaminen und synthetischen Aminosäuren? Einerseits sind diese Futterzusätze aus sicht der Tierernährung äußerst sinnvoll und auch in "GVO freiem" Futter vorhanden, andererseits werden diese Zusätze, meines Wissens nach, oft mit Hilfe gentechnisch veränderter Organismen hergestellt.

Man muss klar unterscheiden zwischen der roten, weißen und grünen Gentechnik. Vitamine werden teilweise mit der weißen Gentechnik erzeugt (Vitamin B-2, B-12 und Aminosäuren), die Masse jedoch weiterhin natürlich. Die Produktion geschieht mittels genveränderter Bakterien, die jedoch anschließend abgetötet werden und damit keinerlei genverändertes Erbgut im Endprodukt hinterlassen. Bei der grünen Gentechnik (Agrogentechnik) findet sich genverändertes Erbgut im Endprodukt. Deshalb kann nur hier der horizontale Gentransfer stattfinden, d. h. die Übertragung vom Futter zum Menschen (z. B. "Morgellonsche Krankheit"). Die weiße und rote (medizinische) Gentechnik sind somit rückholbar - ganz im Gegenteil zur Agrogentechnik.

2. Kann man in den Produkten (Eier, Milch, Fleisch) nachweisen, ob das Tier mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert wurde. Oder gibt es wissenschaftliche Studien die belegen, dass Gentechnisch verändertes Futter einfluss auf diese Lebensmittel hat.

Ja, das ist nachgewiesen und es gibt Studien, die diesen Zusammenhang belegen. Studien müssen allgemein aber mit Vorsicht betrachtet werden, weil teilweise Wissenschaftler für das Schreiben von Pro-Gutachten bezahlt wurden. Die Aufführung der Studien an dieser Stelle wäre zum umfangreich. Ich kann Ihnen jedoch anbieten eine kostenlose Zusammenfassungs-DVD zu senden. Außerdem ist der Dokumentationsfilm "Leben außer Kontrolle" sehr zu empfehlen.

Die größten Probleme ergeben sich mittlerweile durch die Nebenwirkungen der Gentechnik. Durch die Veränderung der Aminosäuren und die Resistenz auf firmeneigene Pflanzenschutzmittel entstehen Resistenzen der Unkräuter. Aus diesem Grund wird mittlerweile deutlich mehr Roundup aufgewendet. In Argentinien werden heute bis zu 15 Lit. Roundup je ha + 2,4,5-T (Agent Orange) auf Gensoja gespritzt. Die EU hat mittlerweile den zulässigen Rückstandswert von Roundup (Glyphosat) von 0,1 auf 20 mg/ kg Sojabohnen erhöht. Glyphosat tötet nachweislich menschliche Zellen (Krebs). „Wer Gensoja verwendet, gefährdet vorsätzlich die Gesundheit von Menschen“, heißt es in einer Anklageschrift an einen Mastbetrieb. Jeder landwirtschaftliche Erzeuger ist Inverkehrbringer und haftet für seine Produkte.

3. Kann wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass GVO-veränderte Lebensmittel beim Menschen Schäden hervorrufen. Roundup Ready Sojabohnen werden bestimmt seit 10 Jahren in den USA und Kanada großflächig angebaut. Sind dort Krankheiten aufgetreten die sich eindeutig diesen Pflanzen zuordnen lassen?

Ja, diese Krankheiten sind aufgetreten. Sogar der amerikanische Ärztebund fordert seit etwa 2 Jahren einen sofortigen Stopp aller genverändert erzeugten Lebensmittel. Wohlgemerkt leben Ärzte davon, wenn die Bürger krank sind. Deshalb sollte diese Forderung zum Denken geben. Die Morgellonsche Krankheit wurde durch DNA-Tests eindeutig der Gentechnik zugeordnet. Hier wachsen den Menschen Zellulosefasern aus der Haut.

Außerdem: Gentechnikfreie Fütterung der Tiere kostet effektiv nicht mehr. Gentechnikfreier Sojaschrot hat bedeutend mehr Inhaltswerte und eine bessere Verfügbarkeit. Wichtig ist, dass Soja nicht gleich Soja ist; weiterführende Informationen dazu liefert Prof. Kavata aus Japan – dokumentiert von Dr. Peter Hamel, Storndorf. Dass genveränderter Soja mit Pflanzenschutzresten mehr Tierprobleme verursacht als natürliches Futter muss bestimmt nicht erklärt werden. Es zählt der Gesamtbetriebsertrag und nicht die Preiszahl eines Futtermittels.